Die Scheinwerfer- und die SignaltruppeAutor: Ritter Rudolf J. CHF 30.00 Gebunden, 139 Seiten, zahlr. Abb., |
Die Scheinwerfer- und die Signaltruppe
Das Werk behandelt die Geschichte von zwei nahezu vergessenen, kleinen Spezialtruppen und ihrem vielfältigen Material, die einmal der Unter gattung Verkehrstruppen des Genie angehörten. Eine Zeittafel erleichtert die Übersicht der zahlreichen Ereignisse zwischen 1882 und 1947. Danach wird die Geschichte des 1893 bei der Fussartillerie geschaffenen Schein werferdienstes dargestellt. Von der Truppe als "artfremd" empfunden, kam dieser mit der Truppenordnung 1911 zum Genie und erhielt dort den Status der selbständigen Truppe.
Drastische Sparmassnahmen der zwanziger Jahre führten mit der Truppenordnung 1924 zur Aufhebung der Waffengattung Festungs truppen. Damit wurde die Abteilung für Artillerie auch für die Belange der Festungsartillerie zuständig und nahm die Scheinwerfertruppe geschlossen unter ihre Fittiche. Die Gefechtsfeld-Beleuchtung mit Scheinwerfern hatte mittlerweile so an Bedeutung verloren, dass mit der Truppenordnung 1936 die Feld-Scheinwerferkompagnien aufgelöst und die Truppe auf zwei der 9. Division unterstellten Gebirgseinheiten zusammenschmolz. Mit der Truppenordnung 1947 wurden auch diese aufgelöst. Das bedeutete das Ende der Scheinwerfertruppe, nicht aber der Verwendung des klassischen Scheinwerfers in Befestigungsanlagen, bis die Infrarot-Technologie truppenreif war.
Der optische Signaldienst auf höherer Stufe wurde 1885 bei den Tele graphenformationen der Armeedivisionen als Nebenaufgabe geschaffen. Nach längeren Kontroversen zwischen dem Generalstabsbüro und der Abteilung für Genie über das endgültige System verständigte man sich auf die Anwendung der Lichtsignalisierung mit Morsezeichen mittels des 1903 eingeführten französischen Signalapparates MANGIN. Bald wurde erkannt, dass der anspruchsvolle Signaldienst als blosse Nebenaufgabe einer Telegraphenformation keine Zukunft hatte. Mit der Truppenordnung 1911 wurden in dieser Einsicht schliesslich vier Signal-Pionierkompagnien im Status der selbständigen Truppe aufgestellt. Gleichzeitig wurde der optische Signaldienst auf die Infanterie und die Artillerie ausgedehnt.
Mit der Truppenordnung 1924 und der Aufhebung der Festungstruppen wurden die Festungs-Pionierkompagnien zum Genie versetzt und zu Gebirgs-Telegraphenkompagnien umgegliedert. Dabei verlor die Signal truppe ihre Selbständigkeit, indem sie mit den Telegrapheneinheiten der Gebirgsbrigaden zu vier Gebirgs-Telegraphen- und Signalkompagnien verschmolzen wurde. Nach der armeeweiten Einführung des Signalgerätes 22 tat sich im optischen Signaldienst in materieller Hinsicht bis zur 1947 erfolgten Aufhebung nichts mehr.
Ferner werden in dem Buch die Dienstvorschriften erörtert und das Material mit Daten und Bildern ausführlich dokumentiert. Ein Anhang enthält die Materialzuteilungen, die Bestände und die Gliederung der einzelnen Einheiten im Verlaufe ihres Bestehens.
Über den Autor
Rudolf J. Ritter wurde 1923 in Bern geboren, wo er die Schulen bis zur Reifeprüfung durchlief. 1944 nahm er das Studium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich auf, wo er 1948 mit dem Diplom als Elektroingenieur abschloss. Nach langjähriger Industrietätigkeit folgte er im November 1972 dem Ruf von Divisionär Ernst Honegger nach Bern, wo ihm die Leitung der Abteilung Truppe und Einsatz oblag. Mitte 1983 trat er als Vizedirektor in die Untergruppe Nachrichtendienst und Abwehr über.
Als Funkerpionier ausgehoben, führte seine Milizkarriere nach dem Kommando der Funkerkompagnie 7 in das Generalstabskorps. Im Wechsel mit Generalstabsdiensten führte er die Funkerabteilung 36, war Chef des Übermittlungsdienstes der Grenzdivision 7 und von 1971 bis 1973 Kommandant des Übermittlungsregimentes 1. Von 1974 bis 1979 amtete er als Stabschef der Territorialzone 12. Die Sporen als Militärhistoriker verdiente der Autor 1971 bis 1973 mit den Neujahrsblättern der Veteranen des Obermittlungsregimentes 1 ab. Zwischen 1977 und 1986 verfasste er diverse Schriften. 1991 erschien als erster Band der Reihe der Monographien zur Geschichte der Übermittlungstruppen "Die Funkertruppe".
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